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Was ist Design Thinking

Erleben Sie mit uns Design Thinking live!

Was ist Design Thinking oder Service Design Thinking?

Versuchen wir eine Definition: „Design Thinking ist ein prozessorientierter Ansatz zur Problemlösung, mit dem neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt und Herausforderungen und Projekte im Team gemeinsam angegangen und gemeistert werden.“

Wahrscheinlich ist es hilfreich, wenn wir uns davon lösen, was wir in Deutschland unter den Begriffen „Design“ oder „Designer“ üblicherweise verstehen. Wir nähern uns dem Kern von Design Thinking eher, wenn wir „Design“ im Sinne von „Gestalten“ begreifen: Design Thinking also als eine bestimmte Denkweise, eine bestimmte Haltung, um etwas zu gestalten.

Dieses Etwas kann die Gestaltung eines Produktes bedeuten, so wie Design Thinking vor allem in der Anfangszeit eingesetzt wurde. Oder es meint die Gestaltung von Dienstleistungen, von Services, und wir sprechen von Service Design Thinking.

 

 

Kurze Geschichte des Design Thinking

Design Thinking wurde in den USA von der Innovationsagentur IDEO – maßgeblich von Tim Brown und David Kelley – entwickelt. Sehr bekannt wurde Design Thinking dadurch, dass die amerikanische Elite-Universität Stanford ein eigenes Institut unter Schirmherrschaft von SAP-Gründer Hasso Plattner zu diesem Thema ins Leben gerufen hat, die d.school – Institute of Design at Stanford. 
In Potsdam hat die d.school einen deutschen Ableger, die HPI School of Design Thinking.

Wie funktioniert Design Thinking?

Die Grundlage des Design Thinking ist ein strukturierter Prozess, der sich in sechs Phasen gliedert, die iterativ durchlaufen werden. Dabei sind beliebige Rücksprünge möglich und häufig auch angebracht. Mit dem iterativen Vorgehen hat das Design Thinking also eine große Nähe zu agilen Prozessmodellen, zu Rapid Prototyping, zu User Experience oder ähnlichen Methoden. Auch die Methoden, die Design Thinking nutzt, sind zum Teil althergebracht. Brainstorming, .. und … sind keine originären Erfindungen des Design Thinking. Und doch ist der Design Thinking Prozess einzigartig.Was macht ihn also aus?

Design Thinking beschäftigt sich vor allem und besonders intensiv mit dem „Problemraum“, dem die ersten drei Phasen (also die Hälfte des Design Thinking Prozesses) zugeordnet sind. „Kommen Sie mir nicht mit Problemen … ich brauche Lösungen von Ihnen!“, ist ein Spruch, den sicher viele von uns schon gehört haben. Doch genau um die Beschäftigung mit dem Problem geht es beim Design Thinking. Mit einem hohen Maß an Empathie, an Sich-Hineinfinden in die Sicht und die Bedürfnisse des Kunden oder des Nutzers wollen wir das „Problem“ richtig verstanden haben, bevor wir in den „Lösungsraum“ gehen. Deshalb sind es meist sehr offene Fragestellungen, mit denen ein Design Thinking-Prozess startet. Oder die Fragen öffnen sich während des Prozesses und führen zu völlig neuen und im wahrsten Sinne des Wortes „abwegigen“ Lösungen.

 

 

Die Design Thinking Prinzipien

Be Visual | Arbeite bildhaft
 One conversation at a time | Nur einer spricht
Encourage Wild Ideas | Fördere verrückte Ideen
Defer Judgement | Stelle Kritik zurück
Go for Quantity | Quantität ist wichtig
Fail Early and Often | Scheitere früh und häufig
Stay Focused on the Topic | Bleib beim Thema
Build on the Ideas of Others |
   Baue auf den Ideen anderer auf
Think User Centric |
   Denke Kunden-/nutzerorientiert

 

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Die Design Thinking Phasen im „Problemraum“

Verstehen: im ersten Schritt geht es um das Verständnis des Problems, was in der Wahl einer geeigneten Fragestellung mündet, welche die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts definiert.

Beobachten: es folgt eine intensive Recherche und Feldbeobachtung, um wichtige Einsichten und Erkenntnisse zu gewinnen und die Rahmenbedingungen des Status Quo zu definieren.

Sichtweisen definieren: die gemachten Beobachtungen werden dann auf einen einzelnen, prototypischen Nutzer heruntergebrochen, dessen Bedürfnisse in einer klar definierten Brainstorming-Frage kondensiert werden.

 

Die Design Thinking Phasen im „Lösungsraum“

Ideen finden: dieser Schritt ist eines der Kernelemente des Design Thinkings und besteht vor allem aus dem Brainstorming, welches der Entwicklung und Visualisierung unterschiedlicher Konzepte dient.

Prototypen entwickeln: zum Testen und Veranschaulichen der Ideen werden erste, aufwandsarme Prototypen entwickelt und an der Zielgruppe getestet.

Testen: auf Basis der durch Prototypen gewonnenen Einsichten wird das Konzept weiter verbessert und solange verfeinert, bis ein optimales, nutzerorientiertes Produkt entstanden ist. Dieser Iterationsschritt kann sich auf alle bisherigen Schritte beziehen.

Was kann Design Thinking gerade heute leisten?

In der heutigen Zeit gleichen sich viele Produkte und Dienstleistungen immer mehr an und werden austauschbar. Eine Differenzierung im Wettbewerb wird damit zunehmend schwieriger. Zeitgleich treten völlig neue Wettbewerber auf den Plan, die die etablierten Geschäftsmodelle der bisherigen Spieler möglicherweise in kurzer Zeit obsolet machen. FinTechs für die Finanzbranche, Uber für das Taxigewerbe und selbstfahrende Google-Cars für die Speditionen sind nur einige der bekanntesten Beispiele. Möglichkeiten wie Crowdfunding schaffen zudem Freiräume und Unabhängigkeit, sie „ermächtigen“ plötzlich jede und jeden zur Realisierung von Ideen.

Hier sprechen wir also nicht mehr über inkrementelle Innovationen, die eine bestehende Technologie oder ein bestehendes Produkt verbessern. Sondern wir sehen disruptive Innovationen, die die Spielregeln auf dem Markt oder im Nutzungsverhalten fundamental verändern.

Seit einigen Jahren wird Design Thinking als eine Methode gehandelt, mit der disruptive Innovationen systematisch hergestellt beziehungsweise zumindest wahrscheinlicher werden können. Auch große deutsche Unternehmen wie beispielsweise BMW, SAP und Deutsche Bank nutzen bereits seit Jahren Design Thinking.

Design Thinking und Change Management

Wesentliche Aspekte des Design Thinking bieten Verbindungen zu aktuellen Verfahren der Produkt- und Service-Entwicklung. So steht z.B. hinter der Orientierung am Menschen und seinen Bedürfnissen dieselbe Haltung und Herangehensweise wie bei der Methode der User Experience. Das agile Projektvorgehen wiederum hat mit dem Design Thinking die iterative Vorgehensweise gemeinsam.

Für das Change Management bietet Design Thinking neuartige, oft visuelle Analyse-, Entwurfs- und Evaluationsmethoden. Oft sind bei diesen Methoden dann allerdings Anpassungen an den Managementkontext sinnvoll.
Andererseits eignen sich Change- und Projektmanagement-Methoden für die Fortführung des Innovationsprozesses in die Welt der Realisierung von Ideen. Dies wird mittlerweile in der Literatur als weitere Phase im Design Thinking-Prozess diskutiert: „bringing big ideas home“.